Im Jassewitzer Busch
Der Kopfhainbuchenwald Jassewitzer Busch ist seit 2001 erster Schutzwald des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Bei diesem Wald handelt es sich um einen der letzten noch in der Bundesrepublik erhaltenen Kopfhainbuchenbestände. Dieser Wald ist einzigartig, da er die verschiedenen Bilder von ganz urwüchsigem Urwald bis zum Kulturwald zeigt. Im Übergang von der End- zur Grundmoräne offenbart er Zustände von der Urzeit bis zur Jetztzeit. In der Begegnung mit dem Wald werden diese unterschiedlichen Entwicklungsstufen und Naturzustände in dessen Undurchdringlichkeit widergespiegelt.
Es ist mein Wald geworden - In meinem Wald spaziere ich bei jedem Wetter. Die Jahreszeiten gehen dort hindurch wie durch mich und ich selbst durch den Wald. Ich schaue, bemerke, gehe, bleibe stehen, nur einen Schritt weiter und zurück - nur hier ist das Licht so, dass der Raum eine Tiefe zeigt, die ich noch nicht durchdringen kann. Es ist mein Blick, der versucht zu verstehen und zu erfassen, der nach Begegnungen sucht und doch immer wieder auf Distanz geht, um mehr zu finden. Der Blick geht nicht geradeaus, sondern gezielt schweifend, mit bewegter Aufmerksamkeit über die Veränderungen des Wachstums und der Verwesung und die feinen Nuancen, mit denen das Licht spielt. Es - das Licht - schafft mir die Räume, die den Blick in der Tiefe fangen, und es zählt die Bäume und Blätter, die sich wild zwischen den Brenneseln und Himbeeren und Morastkuhlen gepflanzt haben. Leben probieren, Raum suchen, Perspektiven ändern - warten, auf das richtige Wetter...? Eine unglaubliche Dichte an wuchernder Materie, die mich einlädt, durch das Dickicht zu krabbeln unter hohen Ästen hindurch, neue Blicke suchend. Es sind nicht die formatierten Wege, die mich anziehen, es ist das Finden von Räumen - außen und in mir. Baumarten dort draußen beziehen Positionen zueinander und gegeneinander; so wie wir, ich und die anderen - da draußen. Das Ziel ist, dem Schauen eine Bewegung zu geben.
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