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„Ach, wie die Nachtviole lieblich duftet!“ Kunst und Botanik (1)
Leo Ackley - Stephan Craig - Christo & Jeanne-Claude - Michael Dörner - Max Ernst - Andreas Feininger - Robert Janz - Hannes Kuhn - Josef Felix Müller - Raffael Rheinsberg - Valentin Rothmaler - Miron Schmückle- Eva-Maria Schön - HD Schrader - Iris vom Stein - Mike Strauch - Anja Teske - Max von Tilzer - Wolfgang Volz
Mit der 38. Sommerausstellung 2008 soll eine neue Ausstellungsreihe des Kunstvereins Schwimmhalle Schloss Plön unter dem Arbeitstitel Kunst und Wissenschaft begonnen werden. Die erste Ausstellung wird sich der Botanik widmen, die zweite der Zoologie und die dritte der Anthropologie.
„Ach, wie die Nachtviole lieblich duftet‘ — diese Zeile aus Heinrich von Kleists Prinz von Homburg gibt uns den Titel der ersten Ausstellung Kunst und Botanik (1). Dabei geht es u.a. um die Reflektion dieser Wissenschaft in der Kunst wie auch um Methoden dieser Wissenschaften, die in der Kunst eine neue Anwendung gefunden haben. Es handelt sich um eine Gruppenausstellung, die sich nicht nur auf die unmittelbare Gegenwart beschränkt. So sind mit Max Ernst und Andreas Feininger zwei Künstler der klassischen Moderne vertreten. Ein eher persönlicher Aspekt ist der 100. Geburtstag meines Vaters Werner Rothmaler (1908— 1962) am 20. August 2008. Die von ihm verfasste „Exkursionsflora von Deutschland“ ist immer noch ein Standardwerk und seit 1953 in sehr vielen Auflagen erschienen. „Weit über die Hälfte der Namen aller heimischen Blumen sind die süßen Erfindungen Verliebter, eine Geheimsprache für Glückliche und Unglückliche, Getrennte und Getrenntgehaltene, Gefangene und Strengbewachte. Dass ... der Mensch der Pflanze verwandter ist als dem Tiere, von dem er nicht stammt, sondern das von ihm abgefallen ist, dies stillste aller Geheimnisse liegt in der Poesie besiegelt.‘ So schrieb Rudolf Borchardt (1877 — 1945). Und der poetische Zugriff auf die Wissenschaft Botanik kennzeichnet auch unsere Ausstellung, wenn etwa Leo Ackely und Miron Schmückle die Blüten erotisch umdeuten oder Eva-Maria Schön den Atlasband von Rothmalers Exkursionsflora benutzt, daraus kopiert und installativ neu definiert und Robert janz das Werden und Vergehen performativ in unsere Ausstellung einbringt. Michael Dörner und Stephan Craig zeigen uns, wie die Blüten Eingang in unsere gestaltete Umwelt gefunden haben, Hannes Kuhn zeigt uns in seinen Fotografien juwelengleiche Schönheit mancher pflanzlichen Details, der Baum — der deutsche Wald ist sprichwörtlich — begegnet uns in den Fotografien von Iris vom Stein oder Anja Teske, aber auch bei Max Ernst (1891 — 1976) wie auch in den Fotos von Max von Tilzer, einem Wissenschaftler (u.a. war er Direktor des Alfred-Wegner- Instituts für Polar- und Meeresforschung), der sich der Fotografie neben seiner Forschung gewidmet hat. Bei Josef Felix Müller in Holzschnitten und bei Raffael Rheinsberg kommt der Baum selbst zur Sprache. wird Bild und Skulptur, während HD Schrader rote Kuben in die Bäume vor der Schwimmhalle und in der alten Schlossgärtnerei von Dorit Dahmke hängt, die als Außenstandort Teil unserer Ausstellung ist. Mike Strauch zeigt uns große Gemälde seines grünen Universums und von Christo und Jeanne-Claude zeigen wir die verhüllten Bäume in Riehen 1998 in den Fotos von Wolgang Volz sowie eine verhüllte Rose aus der Sammlung von Josy Kraft aus Basel. Andreas Feininger (1906 — 1999) ist als Jugendfreund meines Vaters mit einem Porträt von Werner Rothmaler, etwa 1929 in Dessau vertreten und ich selbst zeige vier Blatter aus einem Herbarium, das ich 11-jährig unter Anleitung einer Studentin meines Vaters gesammelt und eingerichtet habe. Valentin Rothmaler |
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